{"id":204,"date":"2010-12-14T14:22:49","date_gmt":"2010-12-14T13:22:49","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/?p=204"},"modified":"2011-02-24T21:18:44","modified_gmt":"2011-02-24T21:18:44","slug":"insolvenzantragspflicht-und-fortfuhrungsprognose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/2010\/12\/14\/insolvenzantragspflicht-und-fortfuhrungsprognose\/","title":{"rendered":"Insolvenzantragspflicht und Fortf\u00fchrungsprognose"},"content":{"rendered":"<div class=\"mceTemp\">\n<div id=\"attachment_214\" style=\"width: 133px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a rel=\"attachment wp-att-214\" href=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/2010\/12\/14\/insolvenzantragspflicht-und-fortfuhrungsprognose\/roemermann_01-2\/\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-214\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-214\" src=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/files\/2010\/12\/Roemermann_011-168x168.jpg\" alt=\"\" width=\"123\" height=\"140\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-214\" class=\"wp-caption-text\">RA Dr. Volker R\u00f6mermann, R\u00f6mermann Rechtsanw\u00e4lte AG, Hamburg\/Hannover<\/p><\/div>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer \u00fcberschuldeten oder zahlungsunf\u00e4higen GmbH muss unverz\u00fcglich Insolvenzantrag stellen (\u00a7 15a InsO). F\u00fcr die \u00dcberschuldung gilt derzeit (noch bis Ende 2013) die folgende Definition: \u201e\u00dcberschuldung liegt vor, wenn das Verm\u00f6gen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortf\u00fchrung des Unternehmens ist nach den Umst\u00e4nden \u00fcberwiegend wahrscheinlich.\u201c Die rechnerische Gegen\u00fcberstellung von Verm\u00f6gen und Verbindlichkeiten allein begr\u00fcndet also (seit 2008) keine Antragspflicht mehr. Vielmehr muss eine negative Fortf\u00fchrungsprognose hinzu kommen. Hierzu \u00e4u\u00dfert sich der BGH in einer neuen Entscheidung, die zwar noch zum alten Recht erging, der aber einige Lehren f\u00fcr die heutige Praxis entnommen werden k\u00f6nnen (Urteil vom 18. 10. 2010 \u2013 II ZR 151\/09,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.der-betrieb.de\/content\/dft,0,395160,\" target=\"_blank\">DB 2010 S. 2661<\/a>).<!--more--><\/p>\n<p>Danach war es schon immer die Pflicht des in die Haftung genommenen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers, darzulegen und zu beweisen, dass es realistische Fortf\u00fchrungschancen gibt. Die blo\u00dfe Hoffnung, dass es besser wird, reicht nicht. Erforderlich ist neben dem subjektiven Fortf\u00fchrungswillen, dass der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer \u201eobjektiv einen Ertrags- und Finanzplan mit einem schl\u00fcssigen und realisierbaren Unternehmenskonzept f\u00fcr einen angemessenen Prognosezeitraum\u201c aufstellt \u2013 so der Gesellschaftsrechtssenat des BGH.<\/p>\n<p>Dem vom Insolvenzverwalter in Anspruch genommenen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer half es nichts, als er geltend machte, solche Pl\u00e4nen w\u00fcrden von Wirtschaftspr\u00fcfern oder Beratern aufgestellt, kosteten zehn- oder zwanzigtausend Euro und seien auch nicht innerhalb der dreiw\u00f6chigen Maximalfrist zur Antragstellung zu haben. Genau so wenig lie\u00df sich der BGH davon \u00fcberzeugen, dass der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer die Insolvenz nicht mit Sicherheit vorhergesehen haben wollte. Die Erkennbarkeit der Insolvenzreife reiche aus und ein Verschulden werde vermutet. Im Ergebnis muss der betroffene Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer wohl \u00fcber 100.000 \u20ac, die er seit Insolvenzreife ausgegeben hatte, an den Insolvenzverwalter erstatten. Da noch einige tats\u00e4chliche Feststellungen zu treffen waren, hat der BGH die Sache allerdings erst einmal an die Vorinstanz zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer \u00fcberschuldeten oder zahlungsunf\u00e4higen GmbH muss unverz\u00fcglich Insolvenzantrag stellen (\u00a7 15a InsO). 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