{"id":6785,"date":"2014-12-18T09:00:09","date_gmt":"2014-12-18T08:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/?p=6785"},"modified":"2014-12-18T09:51:53","modified_gmt":"2014-12-18T08:51:53","slug":"neues-merkblatt-zu-inlandsauswirkungen-in-der-fusionskontrolle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/2014\/12\/18\/neues-merkblatt-zu-inlandsauswirkungen-in-der-fusionskontrolle\/","title":{"rendered":"Neues Merkblatt zu Inlandsauswirkungen in der Fusionskontrolle"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4507\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/files\/2012\/06\/Grave3.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4507\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-4507\" alt=\"RA Dr. Carsten Grave, Partner, Linklaters LLP, D\u00fcsseldorf\" src=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/files\/2012\/06\/Grave3-168x168.jpg\" width=\"168\" height=\"168\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4507\" class=\"wp-caption-text\">RA Dr. Carsten Grave, Partner, Linklaters LLP, D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>Es l\u00f6st bei den betroffenen Unternehmen immer wieder \u00dcberraschung aus, dass die Gr\u00fcndung eines Gemeinschaftsunternehmens (GU) im Ausland durch zwei deutsche \u2013 oder in Deutschland t\u00e4tige \u2013 Unternehmen der Fusionskontrolle unterliegt. Mit einem neuen Merkblatt will das Bundeskartellamt (BKartA) nun f\u00fcr Rechtssicherheit sorgen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1. Fusionskontrolle bei Auslandszusammenschl\u00fcssen<\/strong><\/p>\n<p>Zusammenschl\u00fcsse sind anmeldepflichtig, wenn die beteiligten Unternehmen zusammen weltweit Umsatzerl\u00f6se von mehr als 500 Mio. \u20ac, im Inland mindestens ein beteiligtes Unternehmen Umsatzerl\u00f6se von mehr als 25 Mio. \u20ac und ein anderes von mehr als 5 Mio. \u20ac erzielten. Demnach k\u00f6nnen Zusammenschl\u00fcsse zwischen ausl\u00e4ndischen Unternehmen oder Zusammenschl\u00fcsse, die im Ausland stattfinden, anmeldepflichtig sein. Einzige Voraussetzung \u00fcber die Umsatzschwellen hinaus sind (sp\u00fcrbare) Auswirkungen im Inland.<\/p>\n<p>Solche Inlandsauswirkungen liegen vor, wenn ein Zusammenschluss geeignet ist, die Voraussetzungen f\u00fcr den Wettbewerb auf inl\u00e4ndischen Absatz- oder Beschaffungsm\u00e4rkten unmittelbar und sp\u00fcrbar zu beeinflussen. An die Sp\u00fcrbarkeit werden keine hohen Anforderungen gestellt. So k\u00f6nnen geringe Marktanteilsadditionen ausreichen.<\/p>\n<p>Die Beurteilung von Inlandsauswirkungen kann komplexe Fragen aufwerfen, insbesondere bei der Gr\u00fcndung von GU.<\/p>\n<p><strong>2. Merkblatt des BKartA zu Inlandsauswirkungen<\/strong><\/p>\n<p>Das BKartA hat k\u00fcrzlich ein <a href=\"http:\/\/www.bundeskartellamt.de\/SharedDocs\/Publikation\/DE\/Merkbl%C3%A4tter\/Merkblatt%20-%20Inlandsauswirkungen_2014.html?nn=3590338\">Merkblatt<\/a> ver\u00f6ffentlicht, welches den Unternehmen die Beurteilung von Inlandsauswirkungen und Anmeldepflicht erleichtern soll. Das neue Merkblatt l\u00f6st den Vorg\u00e4nger aus dem Jahr 1999 ab. Es beschreibt F\u00e4lle mit eindeutigen Inlandsauswirkungen und solche \u201eklar\u201c ohne Inlandsauswirkungen. F\u00fcr unklare F\u00e4lle bleibt die M\u00f6glichkeit des informellen Austauschs mit dem BKartA. Eine Anmeldung von Vorhaben mit unklaren Inlandsauswirkungen ist nach wie vor m\u00f6glich. Dies bietet sich an, wenn die Beurteilung der Inlandsauswirkungen komplex, aber der Zusammenschluss wettbewerblich unproblematisch ist.<\/p>\n<p><strong>3. F\u00e4lle mit zwei Beteiligten (Akquisitionen)<\/strong><\/p>\n<p>Nach Auffassung des BKartA liegen Inlandsauswirkungen bei Zusammenschl\u00fcssen von <i><span style=\"text-decoration: underline\">zwei<\/span><\/i> Unternehmen vor, wenn die Umsatzschwellen \u00fcberschritten werden. Dann erzielt das Zielunternehmen im Inland n\u00e4mlich Ums\u00e4tze von mindestens 5 Mio. \u20ac. Das betrifft insbesondere den vollst\u00e4ndigen Erwerb eines anderen Unternehmens.<\/p>\n<p><strong>4. F\u00e4lle mit drei Beteiligten (Gemeinschaftsunternehmen)<\/strong><\/p>\n<p>Relevant wird die Frage der Inlandsauswirkungen regelm\u00e4\u00dfig bei <i><span style=\"text-decoration: underline\">mehr<\/span><\/i> als zwei beteiligten Unternehmen. Insbesondere bei der Gr\u00fcndung eines GU sind drei F\u00e4lle zu unterscheiden:<\/p>\n<ul>\n<li>Anmeldepflichtig ist die Gr\u00fcndung eines GU, das Ums\u00e4tze von mehr als 5 Mio. \u20ac in Deutschland erzielt.<\/li>\n<li>Es fehlt an Inlandsauswirkungen, wenn das GU ausschlie\u00dflich im Ausland t\u00e4tig ist und die Muttergesellschaften keine (potenziellen) Wettbewerber auf dem sachlich relevanten Markt des GU oder dem GU vor- oder nachgelagerten M\u00e4rkten sind. Das GU entfaltet keine Aktivit\u00e4ten im Inland, wenn es weder gegenw\u00e4rtig noch potenziell auf einem Markt t\u00e4tig ist oder sein wird, der das Inland umfasst.<\/li>\n<li>Bei allen anderen GU sind die Inlandsauswirkungen anhand der Umst\u00e4nde des Einzelfalls zu pr\u00fcfen. Inlandsauswirkungen sind nur dann auszuschlie\u00dfen, wenn (a) das GU nur marginale Aktivit\u00e4ten im Inland und (b) keine negativen Auswirkungen auf das Wettbewerbsverh\u00e4ltnis zwischen den Muttergesellschaften (\u201eGruppen- oder <i>spill over<\/i>-Effekte\u201c) hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>(a) <\/b>Das GU ist lediglich marginal im Inland t\u00e4tig, wenn \u2013 kumulativ \u2013 (i) es in Deutschland Ums\u00e4tze von weniger als 5\u00a0Mio. \u20ac erzielt, (ii) sein Marktanteil unter 5 Prozent\u00a0liegt und (iii) keine anderen Anhaltspunkte f\u00fcr eine mehr als marginale T\u00e4tigkeit vorliegen, z.B. weil f\u00fcr die Marktstellung wichtige Ressourcen wie Know-how oder gewerbliche Schutzrechte der Muttergesellschaften auf das GU \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p><b>(b) <\/b>Trotz lediglich marginaler T\u00e4tigkeit des GU auf Inlandsm\u00e4rkten k\u00f6nnen <i>spill over<\/i>-Effekte zwischen den Muttergesellschaften grds. zu sp\u00fcrbaren Inlandsauswirkungen f\u00fchren \u2013 v.a. wenn (i) die Muttergesellschaften aktuelle oder potenzielle Konkurrenten auf demselben Produktmarkt wie das GU sind und ihr gemeinsamer Marktanteil 20 Prozent\u00a0\u00fcberschreitet, oder (ii) die Muttergesellschaften tats\u00e4chliche Wettbewerber auf einem dem GU vor- oder nachgelagerten Markt sind und wiederum ihr gemeinsamer Marktanteil 20 Prozent \u00fcberschreitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es l\u00f6st bei den betroffenen Unternehmen immer wieder \u00dcberraschung aus, dass die Gr\u00fcndung eines Gemeinschaftsunternehmens (GU) im Ausland durch zwei deutsche \u2013 oder in Deutschland t\u00e4tige \u2013 Unternehmen der Fusionskontrolle unterliegt. 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