{"id":8057,"date":"2018-01-24T13:43:42","date_gmt":"2018-01-24T12:43:42","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/?p=8057"},"modified":"2018-01-25T10:52:03","modified_gmt":"2018-01-25T09:52:03","slug":"der-sportwettenbetrug-und-die-registeranmeldung-als-geschaeftsfuehrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/2018\/01\/24\/der-sportwettenbetrug-und-die-registeranmeldung-als-geschaeftsfuehrer\/","title":{"rendered":"Der Sportwettenbetrug und die Registeranmeldung als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer"},"content":{"rendered":"<p>Weniger wegen der praktischen (wer wird schon wegen Sportwettenbetrugs zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt?), sondern wegen der <em>rechtsmethodischen Bedeutung<\/em> sei auf einen Beschluss des OLG Oldenburg v. 8.1.2017 (12 W 126\/17) aufmerksam gemacht. Da m\u00f6chte ein GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in das Handelsregister eingetragen werden (wie es sich geh\u00f6rt, <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gmbhg\/__39.html\">\u00a7 39 I GmbHG<\/a>). Das Registergericht verlangt, dass der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer versichert, keinen der Tatbest\u00e4nde des <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gmbhg\/__6.html\">\u00a7 6 II S. 2 GmbHG<\/a> zu erf\u00fcllen (\u00a7 39 III 1 GmbHG). Schl\u00e4gt man im Gesetz nach, dann findet sich dort der Verweis auf \u201e\u00a7\u00a7 265b bis 266a\u201c StGB (\u00a7 6 II 2 Buchstabe e, zweite Alt. GmbHG). Als dieser Verweis im Jahr 2008 in das Gesetz gelangte, gab es die <em>\u00a7\u00a7 265c-265e StGB<\/em>\u00a0(Sportwettenbetrug) noch nicht &#8211; diese wurden erst 2017 eingef\u00fcgt. Bezieht sich jetzt die Verweisung <em>statisch<\/em> auf den <em>damaligen<\/em> StGB-Stand oder <em>dynamisch<\/em> auf den <em>aktuellen<\/em> StGB-Stand? Dar\u00fcber d\u00fcrfte der BGH zu entscheiden haben, denn die Rechtsbeschwerde wurde zugelassen.<!--more--><\/p>\n<p>Das OLG Oldenburg spricht sich mit guten Gr\u00fcnden f\u00fcr eine dynamische Verweisung aus. Der Wortlaut spreche daf\u00fcr, die Strafdrohung in \u00a7 82 I Nr. 5 GmbHG ebenfalls sowie die \u201epraktische Handhabbarkeit\u201c. Dagegen weist ein Kurzgutachten des Deutschen Notarinstituts (<a href=\"http:\/\/www.dnoti.de\/dnoti-report\/\">DNotI-Report 2017, 73<\/a>) in die andere Richtung: statische Verweisung aufgrund Entstehungsgeschichte und Schutzzweck.<\/p>\n<p>Die einfache Erkl\u00e4rung d\u00fcrfte sein, dass der Gesetzgeber (genauer: die gesetzesvorbereitenden Akteure) des 51. Strafrechts\u00e4nderungsgesetzes die <em>Folgewirkung<\/em> f\u00fcr das GmbH-Recht (und das Aktienrecht: \u00a7 76 III 2 Buchstabe e, zweite Alt. AktG) \u00fcbersehen hat. Dass Unrechtsgehalt und Schutzgut der neuen \u2013 dynamisch in Bezug genommenen \u2013 Strafvorschriften in eine andere Richtung weisen, mit der Eignung f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsf\u00fchreramt im Allgemeinen nichts zu tun haben, liegt zutage. So bleibt (vorbehaltlich einer einschr\u00e4nkenden BGH-Entscheidung) nur die Berichtigung des Redaktionsversehens durch den Gesetzgeber. Die Einzelnennung, wie im MoMiG-Entwurf vorgesehen, hat gegen\u00fcber der Pauschalnennung, wie vom Bundesrat angeregt, ihre Vorteile. Praktisch l\u00e4sst sich das Problem l\u00f6sen, indem man es gar nicht aufkommen l\u00e4sst, d.h. die Versicherung pauschal auf die \u00a7\u00a7 265b-266a StGB erstreckt (s. BGH DB 1010, 1521).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weniger wegen der praktischen (wer wird schon wegen Sportwettenbetrugs zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt?), sondern wegen der rechtsmethodischen Bedeutung sei auf einen Beschluss des OLG Oldenburg v. 8.1.2017 (12 W 126\/17) aufmerksam gemacht. 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