{"id":8673,"date":"2020-03-23T14:09:38","date_gmt":"2020-03-23T13:09:38","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/?p=8673"},"modified":"2020-03-23T18:44:57","modified_gmt":"2020-03-23T17:44:57","slug":"gesetzlich-ermoeglicht-die-virtuelle-hauptversammlung-im-jahr-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/rechtsboard\/2020\/03\/23\/gesetzlich-ermoeglicht-die-virtuelle-hauptversammlung-im-jahr-2020\/","title":{"rendered":"Gesetzlich erm\u00f6glicht: die virtuelle Hauptversammlung im Jahr 2020"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt geht es schnell: die \u201evirtuelle Hauptversammlung\u201c (neuer Gesetzesbegriff) kommt ab April 2020. Heute hat das Bundeskabinett \u00fcber einen geplanten G<a href=\"https:\/\/www.bmjv.de\/SharedDocs\/Gesetzgebungsverfahren\/Dokumente\/Corona-Pandemie.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3\">esetzentwurf der Koalitionsfraktionen (Formulierungshilfe)<\/a> befunden, der am Mittwoch vom Bundestag beschlossen werden soll. Das \u201eGesetz \u00fcber Ma\u00dfnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bek\u00e4mpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie\u201c sieht als Option vor, dass die \u201eVersammlung ohne physische Pr\u00e4senz der Aktion\u00e4re oder ihrer Bevollm\u00e4chtigten als virtuelle Hauptversammlung abgehalten wird\u201c. Voraussetzungen sind: \u201eBild- und Ton\u00fcbertragung der gesamten Versammlung\u201c (die aber nur aus dem Vorstand und dem Aufsichtsrat besteht), die \u201eStimmrechtsaus\u00fcbung der Aktion\u00e4re \u00fcber elektronische Kommunikation (Briefwahl oder elektronische Teilnahme) sowie Vollmachtserteilung m\u00f6glich ist\u201c und \u201eden Aktion\u00e4ren eine Fragem\u00f6glichkeit im Wege der elektronischen Kommunikation einger\u00e4umt wird\u201c (wohlgemerkt: eine Fragem\u00f6glichkeit, nicht das strikte Auskunftsrecht des \u00a7 131 AktG).<!--more--><\/p>\n<p>Die Ad-hoc-Fragen k\u00f6nnen allerdings \u00fcberfordern, zumal das Backoffice auch nicht wie im Normalfall mit vielen Mitarbeitern best\u00fcckt ist. Daher kommt noch eine Variante dazu: Der Vorstand \u201ekann auch vorgeben, dass Fragen bis sp\u00e4testens zwei Tage vor der Versammlung im Wege elektronischer Kommunikation einzureichen sind.\u201c Dann kann man die Antworten vorbereiten, in der HV k\u00f6nnen keine neuen Fragen mehr online gestellt werden.<\/p>\n<p>Und jetzt zur Gretchenfrage: Was ist mit der Anfechtung, etwa mit dem beliebten Hinweis, diese oder jene Frage sei nicht zugelassen bzw. nicht oder nicht hinreichend beantwortet worden? Das d\u00fcrfte \u00e4u\u00dferst schwerfallen, \u201eder Vorstand entscheidet nach pflichtgem\u00e4\u00dfem, freiem Ermessen, welche Fragen er wie beantwortet.\u201c Das Ma\u00dfnahmengesetz f\u00fchrt zudem ein hohes Verschuldenserfordernis ein: Nur wenn \u201eder Gesellschaft Vorsatz nachzuweisen (ist)\u201c kann darauf eine Anfechtung gest\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die GmbH, f\u00fcr Genossenschaften und Vereine sind entsprechende Regelungen vorgesehen, was die \u201evirtuelle Versammlung\u201c betrifft. So soll bei der GmbH eine Beschlussfassung ohne Versammlung m\u00f6glich sein \u201eauch ohne Einverst\u00e4ndnis s\u00e4mtlicher Gesellschafter\u201c. Dieses von \u00a7 48 II GmbHG verlangte allseitige Einverst\u00e4ndnis (mit dem Beschlussantrag oder mit dem Beschlussverfahren) ist also nicht mehr vonn\u00f6ten.<\/p>\n<p>Alle genannten Regelungen gelten f\u00fcr Haupt- bzw. Gesellschafterversammlungen, die im Jahr 2020 stattfinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt geht es schnell: die \u201evirtuelle Hauptversammlung\u201c (neuer Gesetzesbegriff) kommt ab April 2020. Heute hat das Bundeskabinett \u00fcber einen geplanten Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen (Formulierungshilfe) befunden, der am Mittwoch vom Bundestag beschlossen werden soll. 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