{"id":3804,"date":"2011-10-28T09:59:52","date_gmt":"2011-10-28T08:59:52","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/?p=3804"},"modified":"2012-02-24T10:14:05","modified_gmt":"2012-02-24T09:14:05","slug":"wird-die-pkw-privatnutzung-zu-hoch-besteuert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2011\/10\/28\/wird-die-pkw-privatnutzung-zu-hoch-besteuert\/","title":{"rendered":"Wird die Pkw-Privatnutzung zu hoch besteuert?"},"content":{"rendered":"<h4><span style=\"font-weight: normal\"><\/p>\n<div id=\"attachment_4239\" style=\"width: 131px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a rel=\"attachment wp-att-4239\" href=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2010\/03\/29\/unternehmen-haben-bei-der-umsatzsteuer-neue-formalien-zu-beachten\/admin-ajax\/\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4239\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-4239\" src=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2012\/01\/admin-ajax-121x168.jpg\" alt=\"\" width=\"121\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2012\/01\/admin-ajax-121x168.jpg 121w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2012\/01\/admin-ajax.jpg 290w\" sizes=\"(max-width: 121px) 100vw, 121px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4239\" class=\"wp-caption-text\">RA\/FAStR Oliver Holzinger, Chefredakteur DER BETRIEB, D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>Unternehmer, Freiberufler, Landwirte sowie Gesellschafter einer KG, OHG oder GbR d\u00fcrfen ihre Privatfahrten pauschal beim Finanzamt abrechnen, wenn sie den Pkw mehr als 50% f\u00fcr betriebliche Zwecke verwenden. Ansonsten m\u00fcssen sie sich die l\u00e4stige Arbeit machen, ein Fahrtenbuch zu f\u00fchren. Viele setzen jedoch ohne M\u00fche pro Monat ein Prozent vom offiziellen Listenpreis des Herstellers ansetzen, wenn sie einen Wagen maximal bis zu 49,9% f\u00fcr Freizeit, Urlaub oder Fahrten durch Familienangeh\u00f6rige verwenden. Dann lassen sich s\u00e4mtliche Kfz-Kosten als Betriebsausgaben absetzen und die hierin erhaltene Vorsteuer wird vom Finanzamt in voller H\u00f6he erstattet. Im Gegenzug muss ein Gewinnzuschlag auf Basis des Autoneupreises erfolgen. F\u00fcr die Strecke von der Wohnung zur Firma ist ebenfalls der Listenpreis Bemessungsgrundlage und es muss monatlich ein Anteil versteuert werden.<!--more--><\/span><\/h4>\n<p>Vergleichbar f\u00fcr die Privatnutzung des vom Arbeitgeber dem Angestellten oder GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer kostenlos oder verbilligt \u00fcberlassenen Betriebs-Pkw, dies behandelt das Finanzamt als geldwerten Vorteil. Die monatliche Lohnsteuer ermittelt die Firma hierzu in der Regel ebenfalls pauschal mit einem Prozent vom Listenpreis inklusive der Zusatzausstattung bei Erstzulassung und der Umsatzsteuer.<\/p>\n<p>Dieser offizielle Listenpreis ber\u00fccksichtigt weder die im Kfz-Handel gew\u00e4hrten \u00fcbliche Rabatte von 10 bis \u00fcber 30% bei Neukauf, noch individuelle Umst\u00e4nde. So kann es zu einer aus Sicht von Selbstst\u00e4ndigen und der Arbeitnehmerschaft ungerecht hohen Besteuerung kommen, wenn sie etwa einen l\u00e4ngst abgeschriebenen Wagen privat nutzen oder es beim Einkauf hohe Abschl\u00e4ge gab.<\/p>\n<p>Ob der seit 1996 pauschal angesetzte Bruttolistenpreis \u00fcberhaupt noch zeitgem\u00e4\u00df ist oder wegen der ungerecht \u00fcberh\u00f6hten Besteuerung zur Verfassungswidrigkeit der Steuerregel f\u00fchrt, pr\u00fcft jetzt der BFH in einem aktuell anh\u00e4ngigen Revisionsverfahren. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob der Fiskus diese Rechenmethode generell anwenden darf, weil dies im Massenverfahren der Vereinfachung dient oder ob der in der Praxis meist geringere tats\u00e4chliche Kaufpreis angesetzt werden muss. Mit Verweis auf das Aktenzeichen VI R 51\/11 k\u00f6nnen Steuerzahler mit Betriebs-Kfz und Firmenwagen ihre Bescheide bis zur endg\u00fcltigen Entscheidung offen halten. Sollte tats\u00e4chlich der im Einzelfall bezahlte Preis oder der Listenpreis mit einer Pauschalk\u00fcrzung angesetzt werden m\u00fcssen, gibt es dann vom Finanzamt eine entsprechende Steuerr\u00fcckerstattung.<\/p>\n<p>Wollen Berufst\u00e4tige nicht so lange warten, k\u00f6nnen sie auch gleich aufs Fahrtenbuch umsteigen. Ein idealer Termin w\u00e4re die Silvesternacht 2011, wenn die Aufzeichnungen p\u00fcnktlich um Mitternacht mit dem Kilometerstand beginnen. Dann steht der realistischen Erfassung der tats\u00e4chlich angefallenen Pkw-Kosten nichts mehr im Wege, sofern das Fahrtenbuch ordnungsgem\u00e4\u00df \u00fcber das Gesamtjahr 2012 hinweg gef\u00fchrt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmer, Freiberufler, Landwirte sowie Gesellschafter einer KG, OHG oder GbR d\u00fcrfen ihre Privatfahrten pauschal beim Finanzamt abrechnen, wenn sie den Pkw mehr als 50% f\u00fcr betriebliche Zwecke verwenden. 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