{"id":4207,"date":"2012-01-23T07:13:29","date_gmt":"2012-01-23T06:13:29","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/?p=4207"},"modified":"2012-01-18T10:54:36","modified_gmt":"2012-01-18T09:54:36","slug":"reform-des-reisekostenrechts-%e2%80%93-mut-zu-durchgreifender-vereinfachung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2012\/01\/23\/reform-des-reisekostenrechts-%e2%80%93-mut-zu-durchgreifender-vereinfachung\/","title":{"rendered":"Reform des Reisekostenrechts \u2013 Mut zu durchgreifender Vereinfachung"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4206\" style=\"width: 146px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a rel=\"attachment wp-att-4206\" href=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2012\/01\/23\/reform-des-reisekostenrechts-%e2%80%93-mut-zu-durchgreifender-vereinfachung\/wunnemann-druckversion\/\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4206\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-4206\" src=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2012\/01\/W\u00fcnnemann-Druckversion-117x168.jpg\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"185\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4206\" class=\"wp-caption-text\">RAin Dr. Monika W\u00fcnnemann, Bundesverband der deutschen Industrie e.V., Berlin<\/p><\/div>\n<p>Mit Kabinettsbeschluss vom 14. 12. 2011 hat die Bundesregierung beschlossen, das steuerliche Reisekostenrecht zu vereinfachen. Dies wird von der Wirtschaft seit Jahren gefordert. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel, den hohen Aufwand bei der komplizierten Reisekostenabrechnung im lohnsteuerlichen Massenverfahren zu begrenzen. Ursache ist vor allem die Festlegung und Bestimmung der \u201eregelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte\u201c eines Arbeitnehmers. Nach einer grundlegenden \u00c4nderung der Rechtsprechung des BFH (Urteile v. 9.\u00a06. 2011 \u2013 VI R 58\/09 (<a href=\"http:\/\/www.der-betrieb.de\/content\/dft,0,427445,\" target=\"_blank\">DB0427445<\/a>), VI R 36\/10 (<a href=\"http:\/\/www.der-betrieb.de\/content\/dft,0,427447,\" target=\"_blank\">DB0427447<\/a>) und VI R 55\/10 (<a href=\"http:\/\/www.der-betrieb.de\/content\/dft,0,427444,\" target=\"_blank\">DB0427444<\/a>)) zeigen die Bem\u00fchungen der Wirtschaft erste Erfolge: Auch die Finanzverwaltung hat sich zu neuen Ma\u00dfst\u00e4ben ab 2012 bekannt (<a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/DE\/BMF__Startseite\/Aktuelles\/BMF__Schreiben\/Veroffentlichungen__zu__Steuerarten\/lohnsteuer\/030__a,templateId=raw,property=publicationFile.pdf\" target=\"_blank\">BMF-Schreiben vom 15. 12. 2011<\/a>).<!--more--><\/p>\n<p>Mit dem nun bestehenden Einvernehmen, dass ein Arbeitnehmer maximal eine oder auch keine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte in seinem Dienstverh\u00e4ltnis haben kann, fallen f\u00fcr die lohnsteuerliche Praxis komplizierte Abgrenzungs- und Nachweispflichten weg. Praktische Folgen ergeben sich f\u00fcr den Werbungskostenabzug: Eine Begrenzung des Abzugs von Fahrtkosten auf die Entfernungspauschale erfolgt nur im Hinblick auf die eine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte, f\u00fcr alle weiteren T\u00e4tigkeitsst\u00e4tten ist k\u00fcnftig ein Ansatz der tats\u00e4chlichen Fahrtkosten m\u00f6glich (unbegrenzter Werbungskostenabzug).<\/p>\n<p>Verbesserung gegen\u00fcber den bisherigen Grunds\u00e4tzen bringen grunds\u00e4tzlich auch die neuen Ma\u00dfst\u00e4be zur konkreten Bestimmung der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte. Insbesondere die untaugliche \u201e46-Tage-Regelung\u201c ist damit endlich beseitigt. Mit dem nun vorrangigen Weisungsrecht des Arbeitgebers (dienstrechtliche\/arbeitsvertragliche Zuordnung) hinsichtlich der Festlegung der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte ist den Arbeitgebern ein flexibles Instrument an die Hand gegeben worden. Bei anderen Kriterien wie dem zeitlichen Umfang oder den Inhalten einer T\u00e4tigkeit besteht allerdings die Bef\u00fcrchtung, dass hierdurch Streitpotential und Nachweispflichten erhalten bleiben. Im \u00dcbrigen verbleiben einige Zweifelsfragen bei Anwendung der neuen Regelungen.<\/p>\n<p>Die aktuelle Chance auf eine gesetzliche L\u00f6sung sollte genutzt werden, die vom BFH angesto\u00dfene Vereinfachung \u00fcber die kurzfristig umgesetzten Ma\u00dfst\u00e4be der Finanzverwaltung hinaus konsequent umzusetzen. Rechtssicherheit f\u00fcr das lohnsteuerliche Massenverfahren kann nur geschaffen werden, wenn Arbeitgeber nicht auf die \u2013 im Bundesgebiet h\u00e4ufig stark differenzierende \u2013 Auffassung des einzelnen Lohnsteuerau\u00dfenpr\u00fcfers angewiesen sind, sondern die wesentlichen Grunds\u00e4tze gesetzlich festgeschrieben sind.<\/p>\n<p>Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine gesetzliche Definition der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte und praxistaugliche Kriterien hat die Wirtschaft wiederholt vorgelegt. Die Politik sollte den Mut haben, bei einer gesetzlichen Regelung der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte statt vordergr\u00fcndiger fiskalischer Interessen eine f\u00fcr die Praxis durchgreifende Vereinfachung zu schaffen. Dann besteht die Chance, den \u201eZick-Zack-Kurs\u201c bei der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte zu beenden und verl\u00e4ssliche Regelungen mit langfristigem Bestand zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Kabinettsbeschluss vom 14. 12. 2011 hat die Bundesregierung beschlossen, das steuerliche Reisekostenrecht zu vereinfachen. Dies wird von der Wirtschaft seit Jahren gefordert. 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