{"id":589,"date":"2010-07-05T08:16:13","date_gmt":"2010-07-05T07:16:13","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/?p=589"},"modified":"2011-02-24T15:53:51","modified_gmt":"2011-02-24T14:53:51","slug":"die-grunde-der-regierung-schroder-den-spitzensteuersatz-zu-senken-sind-heute-aktueller-denn-je","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2010\/07\/05\/die-grunde-der-regierung-schroder-den-spitzensteuersatz-zu-senken-sind-heute-aktueller-denn-je\/","title":{"rendered":"Die Gr\u00fcnde der Regierung Schr\u00f6der, den Spitzensteuersatz zu senken, sind heute aktueller denn je"},"content":{"rendered":"<p>Derzeit \u00fcberbieten Politiker aller Parteien sich darin, eine Erh\u00f6hung des Spitzensteuersatzes zu fordern. Ein h\u00f6herer Spitzensteuersatz soll daf\u00fcr sorgen, dass es bei den Anstrengungen zur Einhaltung der Schuldenbremse gerecht zugeht. Gegen Gerechtigkeit hat nat\u00fcrlich niemand etwas einzuwenden. Allerdings hilft der Appell an Gerechtigkeit in dieser Frage nicht wirklich weiter. <!--more--><\/p>\n<p>Die Einkommensteuer in Deutschland ist schon heute so progressiv, dass die\u00a0zehn Prozent Steuerzahler mit dem h\u00f6chsten Einkommen mehr als\u00a0die H\u00e4lfte\u00a0des gesamten Einkommensteueraufkommens zahlen. Ob Gerechtigkeit erfordert, dass diese Steuerzahler mehr zahlen, ob diese Belastung im Gegenteil ungerecht hoch oder gerade\u00a0angemessen ist, dar\u00fcber zu streiten ist nicht sehr fruchtbar.\u00a0Jede Antwort auf diese Frage ist letztlich ein politisches Werturteil, dem notwendigerweise eine gewisse Willk\u00fcr zu Grunde liegt.<\/p>\n<p>Die Diskussion sollte sich eher auf die Gr\u00fcnde konzentrieren, welche die immerhin von Sozialdemokraten gef\u00fchrte Regierung unter Kanzler Schr\u00f6der veranlasst haben, den Spitzensteuersatz von 53% auf 42% zu senken. Hier ging es nicht um Fragen der Verteilungsgerechtigkeit. Ma\u00dfgeblich war die \u00dcberlegung, dass hohe Einkommensteuers\u00e4tze unter Wachstums- und Besch\u00e4ftigungsaspekten\u00a0mehrere handfeste Nachteile haben. Erstens sind Unternehmen &#8211; und dabei nicht nur Kapitalgesellschaften &#8211;\u00a0sowie zunehmend auch hoch qualifizierte Arbeitnehmer international mobil. Eine Erh\u00f6hung des Spitzensteuersatzes ist im internationalen Wettbewerb um Talente und Kapital ein schlechtes Signal. Zweitens wirken\u00a0hohe Steuers\u00e4tze auch auf international\u00a0weniger mobile Unternehmer und andere Leistungstr\u00e4ger demotivierend. Drittens treiben sie die Steuerpflichtigen in Steuergestaltungen, die den Fiskus viel Geld kosten und oft zu Fehlinvestitionen f\u00fchren. Seit der Einf\u00fchrung der Abgeltungsteuer auf Kapitaleink\u00fcnfte kommt dazu, dass das Ziel, die Gruppe mit den h\u00f6chsten Einkommen und Verm\u00f6gen zu belasten, nur teilweise erreicht wird, weil in dieser Gruppe Kapitaleink\u00fcnfte eine gro\u00dfe Rolle spielen.<\/p>\n<p>Diese Gr\u00fcnde, hohe Spitzensteuers\u00e4tze zu vermeiden, sind heute aktueller denn je.\u00a0Vor allem die\u00a0internationale Mobilit\u00e4t von Kapital, Unternehmern\u00a0und Arbeitnehmern hat\u00a0in den letzten zehn Jahren noch einmal deutlich\u00a0zugenommen. Deshalb w\u00e4re es wirtschaftlich vern\u00fcnftig, den Spitzensteuersatz dort zu lassen, wo er ist \u2013 inklusive Solidarit\u00e4tszuschlag ist er zumindest im Bereich der \u201cReichensteuer\u201d ohnehin nicht weit von 50% entfernt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Derzeit \u00fcberbieten Politiker aller Parteien sich darin, eine Erh\u00f6hung des Spitzensteuersatzes zu fordern. 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