{"id":7037,"date":"2014-09-26T14:19:57","date_gmt":"2014-09-26T12:19:57","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/?p=7037"},"modified":"2014-09-26T14:19:57","modified_gmt":"2014-09-26T12:19:57","slug":"der-ferrari-als-dienstwagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2014\/09\/26\/der-ferrari-als-dienstwagen\/","title":{"rendered":"Der Ferrari als Dienstwagen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_6697\" style=\"width: 122px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2014\/05\/Mathias-Birnbaum.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6697\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-6697\" alt=\"Dr. Mathias Birnbaum, Rechtsanwalt, Steuerberater, KPMG AG, K\u00f6ln \" src=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2014\/05\/Mathias-Birnbaum-112x168.jpg\" width=\"112\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2014\/05\/Mathias-Birnbaum-112x168.jpg 112w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2014\/05\/Mathias-Birnbaum.jpg 273w\" sizes=\"(max-width: 112px) 100vw, 112px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6697\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Mathias Birnbaum, Rechtsanwalt, Steuerberater, KPMG AG, K\u00f6ln<\/p><\/div>\n<p>Das Auto als Fortbewegungsmittel und Statussymbol steht in Deutschland weiterhin hoch im Kurs. Der auch zur privaten Nutzung zur Verf\u00fcgung stehende Dienstwagen ist ein \u00fcblicher Verg\u00fctungsbestandteil bei Arbeitnehmern. Auch Selbstst\u00e4ndige halten regelm\u00e4\u00dfig Fahrzeuge im Betriebsverm\u00f6gen, die einen privaten Nutzungsanteil aufweisen. Bei Betriebspr\u00fcfungen ist der Dienstwagen ein Dauerbrenner. Auch die Rechtsprechung ist immer wieder mit diesem Thema befasst.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich obliegt dem Steuerpflichtigen die Entscheidung, ob und welche Fahrzeuge er f\u00fcr betriebliche Zwecke anschafft. Es gibt dabei aber auch Grenzen, wie der BFH zuletzt in einem Urteil vom 29.04.2014 (VIII R 20\/12, <a href=\"http:\/\/www.der-betrieb.de\/content\/dft,0,665748,\">DB0665748<\/a>) entschieden hat. <!--more-->Der Inhaber einer Tierarztpraxis f\u00fcr Kleintiere aus dem Bezirk des FG N\u00fcrnberg hatte als betriebliches Fahrzeug einen Ferrari Spider geleast und daf\u00fcr in den Jahren 2005 bis 2007 Gesamtkosten von etwa 100.000 Euro ermittelt. F\u00fcr den Wagen f\u00fchrte er ein Fahrtenbuch. Die Jahresfahrleistung war mit 500 bis 4.000 Kilometern extrem niedrig. Die Fahrten entfielen im Wesentlichen auf den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen. Der Privatanteil war gering. Das <b>F<\/b>inanzamt versagte den Betriebskostenabzug unter Berufung auf \u00a7 4 Abs. 5 Nr. 7 EStG (unangemessene Repr\u00e4sentationsaufwendungen) und setzte pauschal einen Euro pro Kilometer an.<\/p>\n<p><strong>H\u00f6he des Betriebsausgabenabzugs<\/strong><\/p>\n<p>Das FG ist dem weitgehend gefolgt. Beim Erwerb eines Luxussportwagens, dessen j\u00e4hrliche Kostenlast in einem unausgewogenen Verh\u00e4ltnis zum Umfang der tats\u00e4chlichen betrieblichen Nutzung steht, sei bei typisierender Betrachtung regelm\u00e4\u00dfig davon auszugehen, dass die Anschaffung privat veranlasst war. Das FG ermittelte durchschnittliche Kosten je gefahrenem Kilometer von 14,56 Euro. Es handle sich in dieser Konstellation um notwendiges Privatverm\u00f6gen. Als Betriebsausgaben ber\u00fccksichtigungsf\u00e4hig seien nur die Kosten f\u00fcr die betrieblich veranlassten Fahrten, und zwar nur in angemessener H\u00f6he (\u00a7 4 Abs. 5 Nr. 7 EStG). Ma\u00dfgeblich sei dabei nicht die absolute H\u00f6he der Aufwendungen. Es komme vielmehr darauf an, ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten die Aufwendungen ebenfalls auf sich genommen h\u00e4tte. Das FG hat dazu die Kosten f\u00fcr aufw\u00e4ndigere Modelle g\u00e4ngiger Marken der Oberklasse zum Vergleich herangezogen (Porsche 911 und Mercedes SL 600) und im Ergebnis einen Betrag von zwei Euro \u00a0pro gefahrenem Kilometer f\u00fcr noch angemessen befunden.<\/p>\n<p>Die Revision des Steuerpflichtigen hat der BFH zur\u00fcckgewiesen. Zwar sei das Fahrzeug dem Betriebsverm\u00f6gen zuzuordnen. Das FG habe jedoch zu Recht den Betriebsausgabenabzug nach \u00a7 \u00a7 4 Abs. 5 Nr. 7 EStG gek\u00fcrzt. Der Betrag von zwei Euro \u00a0je Fahrtkilometer sei nicht zu beanstanden.<\/p>\n<p><strong>Folgen f\u00fcr die Praxis<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn der betroffene Veterin\u00e4rmediziner dies sicherlich anders sehen wird \u2013 ihm wurden bei Gesamtkosten von etwa 100.000 Euro \u00a0nur ca. 11.000 Euro anerkannt \u2013 ist das Urteil f\u00fcr die Praxis durchaus nicht negativ zu werten. Zum einen haben die Gerichte nochmals klargestellt, dass der Steuerpflichtige nicht gehindert ist, auch Fahrzeuge der oberen Preisklasse als Dienstwagen zu w\u00e4hlen. Die exemplarisch als \u201eangemessen\u201c genannten PKW Porsche 911 und Mercedes SL 600 d\u00fcrften den Anspr\u00fcchen der allermeisten Dienstwagennutzer wohl gen\u00fcgen k\u00f6nnen. Hilfreich ist auch die Feststellung der angemessenen Kosten pro Kilometer von zwei Euro. Hierauf wird man sich k\u00fcnftig der Finanzverwaltung gegen\u00fcber berufen k\u00f6nnen. Zu beachten ist allerdings, dass dabei die Umst\u00e4nde des Einzelfalls eine Rolle spielen: Relevant sind insbesondere die Gr\u00f6\u00dfe des Unternehmens, die Bedeutung des Repr\u00e4sentationsaufwands f\u00fcr den Gesch\u00e4ftserfolg und die \u00dcblichkeit in vergleichbaren Unternehmen. Lediglich in Bezug auf Luxussportwagen der Marken Ferrari, Maserati, Lamborghini usw. wird man aus dem Urteil wohl den Schluss ziehen k\u00f6nnen, dass die Rechtsprechung dies auch bei gr\u00f6\u00dferen Unternehmen regelm\u00e4\u00dfig nicht akzeptieren wird.<\/p>\n<p>Ob deshalb auch die Entscheidung des Hessischen Finanzgerichts richtig ist, das auch einem Steuerberater den Betriebsausgabenabzug f\u00fcr einen Ferrari nur teilweise zugestehen wollte (EFG 1999, 276, rkr), mag der geneigte Leser beurteilen. Trost finden wir insoweit aber in der Feststellung des FG, dass dem Berufskollegen \u201emehrere andere Ferraris des Privatverm\u00f6gens f\u00fcr Privatfahrten zur Verf\u00fcgung standen\u201c. In diesem Sinne: Gute Fahrt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Auto als Fortbewegungsmittel und Statussymbol steht in Deutschland weiterhin hoch im Kurs. Der auch zur privaten Nutzung zur Verf\u00fcgung stehende Dienstwagen ist ein \u00fcblicher Verg\u00fctungsbestandteil bei Arbeitnehmern. 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