{"id":7435,"date":"2015-05-05T17:19:35","date_gmt":"2015-05-05T15:19:35","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/?p=7435"},"modified":"2015-05-05T17:19:35","modified_gmt":"2015-05-05T15:19:35","slug":"kurzfristige-schliesung-der-hinzurechnungslucke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2015\/05\/05\/kurzfristige-schliesung-der-hinzurechnungslucke\/","title":{"rendered":"Chance zur Vermeidung der 5%-igen Gewerbesteuerpflicht von Dividenden: Kurzfristige Schlie\u00dfung der \u201eHinzurechnungsl\u00fccke\u201c?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_3373\" style=\"width: 122px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2011\/08\/Dr.-Arne-von-Freeden-LL.M.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3373\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-3373\" alt=\"RA\/FAStR\/StB Dr. Arne von Freeden, LL.M. (NYU), Partner bei Flick Gocke Schaumburg, Bonn\" src=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2011\/08\/Dr.-Arne-von-Freeden-LL.M-112x168.jpg\" width=\"112\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2011\/08\/Dr.-Arne-von-Freeden-LL.M-112x168.jpg 112w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2011\/08\/Dr.-Arne-von-Freeden-LL.M.jpg 221w\" sizes=\"(max-width: 112px) 100vw, 112px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3373\" class=\"wp-caption-text\">RA\/FAStR\/StB Dr. Arne von Freeden, LL.M. (NYU), Partner bei Flick Gocke Schaumburg, Bonn<\/p><\/div>\n<p>Die Gewinnaussch\u00fcttung einer Tochter-Kapitalgesellschaft (z.B. T-GmbH) an ihre Mutter-Kapitalgesellschaft erh\u00f6ht bei Vorliegen der Voraussetzungen des gewerbesteuerlichen Schachtelprivilegs den Gewerbeertrag der Mutter-Kapitalgesellschaft (z.B. M-GmbH) um 5 Prozent der Gewinnaussch\u00fcttung (\u00a7 9 Nr. 2a Satz 4, \u00a7 9 Nr. 7 Satz 3 GewStG). Dies gilt allerdings nicht, wenn es sich bei der M-GmbH um eine Organgesellschaft i.S.d. \u00a7 2 Abs. 2 Satz 2 GewStG handelt (vgl. dazu <i>Loose<\/i>, <a href=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2015\/04\/07\/chance-zur-vermeidung-der-5-igen-gewerbesteuerpflicht-von-dividenden-2\/\">Steuerboard vom 07.04.2015<\/a>). In diesem Fall ist die Schachteldividende der T-GmbH bei der Ermittlung des Gewerbeertrags der M-GmbH i.H.v. 100 Prozent zu k\u00fcrzen (BFH vom 17.12.2014 \u2013 I R 39\/14, <a href=\"http:\/\/www.der-betrieb.de\/content\/dft,0,693427,\">DB0693427<\/a>), die Gewinnaussch\u00fcttung der T-GmbH kann im Organkreis \u201egewerbesteuerfrei\u201c vereinnahmt werden. M.E. gilt dies auch, wenn es sich bei der T-GmbH gleichfalls um eine Organgesellschaft handelt (mehrstufige Organschaftskette) und es bei der T-GmbH zu einer vororganschaftlichen Mehrabf\u00fchrung an die M-GmbH kommt (die vororganschaftliche Mehrabf\u00fchrung der T-GmbH gilt nach \u00a7 14 Abs. 3 Satz 1 KStG als Gewinnaussch\u00fcttung an die M-GmbH).<!--more--><\/p>\n<p><strong>Gestalterische Bedeutung der BFH-Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Es liegt auf der Hand, dass die BFH-Entscheidung nicht nur im Rahmen der Abwehrberatung erhebliche Bedeutung hat. Auch bei der steuerlichen Strukturierung von (Super\u2011)Gewinnaussch\u00fcttungen kann die Rechtsaufassung des BFH nutzbar gemacht werden, z.B.<\/p>\n<ul>\n<li>bei der Errichtung einer Organschaft zwischen einem Gesellschafter und der M-GmbH zwecks gewerbesteuerfreier Vereinnahmung einer (Super-)Gewinnaussch\u00fcttung der T-GmbH;<\/li>\n<li>bei der Umh\u00e4ngung der T-GmbH unter die Organgesellschaft zwecks Vorbereitung einer gewerbesteuerfreien (Super-)Gewinnaussch\u00fcttung;<\/li>\n<li>bei der Verschmelzung einer Kapitalgesellschaft auf die T-GmbH als Organgesellschaft mit Inkaufnahme einer \u2013 m.E. aber gewerbesteuerfreien \u2013 vororganschaftlichen Mehrabf\u00fchrung an die M-GmbH (vgl. BMF vom 11.11.2011, BStBl. I 2011 S. 1314 = <a href=\"http:\/\/www.der-betrieb.de\/content\/pdfft,0,464115,\">DB0464115<\/a>, Tz. Org. 33 und 34).<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>M\u00f6gliche Schlie\u00dfung der \u201eHinzurechnungsl\u00fccke\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Bei einer gestalterischen Nutzbarmachung der BFH-Entscheidung ist stets zu beachten, dass der Gesetzgeber die gewerbesteuerliche \u201eHinzurechnungsl\u00fccke\u201c \u2013 so ausdr\u00fccklich der I. Senat \u2013 schlie\u00dfen k\u00f6nnte. Eine solche Ma\u00dfnahme k\u00fcndigt sich nunmehr an. Die Empfehlungen der Aussch\u00fcsse f\u00fcr eine Stellungnahme des Bundesrats zum Entwurf des Protokollerkl\u00e4rungs-Umsetzungsgesetzes sehen eine Pr\u00fcfbitte zur Schlie\u00dfung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnungsl\u00fccke vor (BR-Drucks. 121\/1\/15 vom 27.04.2015, Ziffer 14). Der Bundesrat wird diese Pr\u00fcfbitte m.E. in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf ber\u00fccksichtigen, die Sitzung findet am 8. Mai 2015 statt. Ob ein Vertrauen der Steuerpflichtigen auf die bestehende Gesetzeslage danach am 8. Mai 2015 \u2013 nach Beschluss \u00fcber eine Stellungnahme des Bundesrates zum Entwurf des Protokollerkl\u00e4rungs-Umsetzungsgesetzes \u2013 \u201ezerst\u00f6rt\u201c ist, erscheint zumindest fraglich. Es handelt sich schlie\u00dflich nur um eine Pr\u00fcfbitte, nicht um die Ank\u00fcndigung einer Gesetzes\u00e4nderung. Dennoch ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass der Gesetzgeber im Fall einer r\u00fcckwirkenden Schlie\u00dfung der Hinzurechnungsl\u00fccke durch eine \u00c4nderung des GewStG auf dieses Datum (ggf. sogar \u2013 m.E. aber angreifbar \u2013 auf den 01.01.2015) abstellen k\u00f6nnte. Dar\u00fcber hinaus halte ich es f\u00fcr sehr wahrscheinlich, dass der Gesetzgeber die Pr\u00fcfbitte des Bunderates aufgreifen wird, so dass in naher Zukunft ein Gesetzentwurf (oder die konkrete Ank\u00fcndigung einer Gesetzes\u00e4nderung) vorliegen k\u00f6nnte. Geht man davon aus, dass eine r\u00fcckwirkende Gesetzes\u00e4nderung zum 01.01.2015 im vorliegenden Fall verfassungsrechtlich nicht zul\u00e4ssig w\u00e4re, so wird ein (noch offenes) Zeitfenster f\u00fcr eine steuergestalterische Nutzbarmachung der BFH-Entscheidung kleiner.<\/p>\n<p><strong>Kritik der L\u00e4nder an eingeschr\u00e4nkter Einheitstheorie? <\/strong><\/p>\n<p>Am Rande: Interessant sind die Ausf\u00fchrungen zur (konzern-)gewerbesteuerlichen gebrochenen oder eingeschr\u00e4nkten Einheitstheorie in der Begr\u00fcndung zur Pr\u00fcfbitte. Nach dieser Theorie sind bei Bestehen einer gewerbesteuerlichen Organschaft auf der ersten Stufe die Gewerbeertr\u00e4ge der Organgesellschaft und des Organtr\u00e4gers getrennt zu ermitteln und (erst) auf der zweiten Stufe zusammenzurechnen. Die Begr\u00fcndung zur Pr\u00fcfbitte \u2013 so mein Verst\u00e4ndnis \u2013 l\u00e4sst (vorsichtige) Kritik an dieser Theorie erkennen. Hervorgehoben wird, dass die Auswirkungen der eingeschr\u00e4nkten Einheitstheorie nach der Rechtsprechung anderer Senate aus Gr\u00fcnden der Gleichbehandlung (in bestimmten Fallgruppen) zu begrenzen seien. Die Gewerbesteuerbelastung des Organkreises d\u00fcrfe nicht h\u00f6her oder niedriger sein als die Summe der Gewerbesteuerbelastungen konzernangeh\u00f6riger Gesellschaften ohne Organschaft. Diese \u201eBegrenzungsdogmatik\u201c habe der I. Senat im Rahmen seiner Entscheidung vom 17.12.2014 (a.a.O.) verkannt, die eingeschr\u00e4nkte Einheitstheorie also unzutreffend angewandt. Abzuwarten bleibt, ob eine m\u00f6gliche \u00c4nderung des GewStG an \u00a7 2 Abs. 2 Satz 2 GewStG ankn\u00fcpfen wird (Auswirkung auf die Anwendung der erweiterten K\u00fcrzung nach \u00a7 9 Nr.\u00a01 Satz 2 ff. GewStG im Organkreis?, Auswirkung auf die Nutzung au\u00dferorganschaftlicher Verluste und Fehlbetr\u00e4ge im Organkreis?) oder lediglich die Schachtelprivileg-Tatbest\u00e4nde nachgebessert werden. Den Kolleginnen und Kollegen, die nach einem Thema f\u00fcr eine steuerrechtliche Dissertation suchen, empfehle ich, sich diese Thematik einmal n\u00e4her anzuschauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gewinnaussch\u00fcttung einer Tochter-Kapitalgesellschaft (z.B. T-GmbH) an ihre Mutter-Kapitalgesellschaft erh\u00f6ht bei Vorliegen der Voraussetzungen des gewerbesteuerlichen Schachtelprivilegs den Gewerbeertrag der Mutter-Kapitalgesellschaft (z.B. 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