{"id":8387,"date":"2017-11-22T17:02:08","date_gmt":"2017-11-22T15:02:08","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/?p=8387"},"modified":"2017-11-22T17:02:08","modified_gmt":"2017-11-22T15:02:08","slug":"herausforderung-und-entwicklung-der-steuerabteilung-4-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2017\/11\/22\/herausforderung-und-entwicklung-der-steuerabteilung-4-0\/","title":{"rendered":"Herausforderung und Entwicklung der Steuerabteilung 4.0"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_8386\" style=\"width: 141px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8386\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-8386\" src=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-131x168.jpg\" alt=\"\" width=\"131\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-131x168.jpg 131w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-440x566.jpg 440w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-768x988.jpg 768w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-755x971.jpg 755w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-233x300.jpg 233w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter.jpg 933w\" sizes=\"(max-width: 131px) 100vw, 131px\" \/><p id=\"caption-attachment-8386\" class=\"wp-caption-text\">WP\/StB\/Dipl.-Kfm. Dr. Peter B\u00f6melburg, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Partner bei R\u00f6dl &amp; Partner, N\u00fcrnberg<\/p><\/div>\n<p>Die Steuerabteilung 4.0 ist bereits jetzt gelebte Realit\u00e4t in vielen Unternehmensgruppen. Die Entwicklung verlief rasend schnell \u2013 von dem vergangenheitsorientierten Ansatz Mitte der achtziger Jahre, \u00fcber die zukunftsorientiertere Steuerabteilung in den Neunzigern bis zur Echtzeit-Steuerabteilung von morgen. Die Digitalisierung bef\u00f6rdert diesen Wandel, bringt neue Chancen, generiert zugleich aber auch neue Risiken.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Unternehmenswelt definiert sich neu<\/strong><\/p>\n<p>Die Ver\u00e4nderungen in den Steuerabteilungen spiegeln die sich neu definierende Unternehmenswelt wider. Hierzu geh\u00f6ren immer schnellere strategische Entscheidungen \u00fcber die Ausrichtung von multinationalen Konzernen. Damit einher geht die Notwendigkeit einer unverz\u00fcglichen steuerlichen W\u00fcrdigung und Anpassung der Prozesse. Hinzu kommt steter Kostenoptimierungsdruck, der zur Nutzung m\u00f6glicher Optimierungsoptionen zwingt, die die Digitalisierung bietet. Getrieben wird der Evolutionsprozess zur Steuerabteilung 4.0 von den folgenden vier strategischen Sto\u00dfrichtungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Tax Analytics<\/li>\n<li>Business Partnering<\/li>\n<li>Tax Compliance Management<\/li>\n<li>Lean Tax Process Management<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Tax Analytics<\/strong><\/p>\n<p>Durch die M\u00f6glichkeiten der Verkn\u00fcpfung von Daten aus unterschiedlichen Datenquellen stehen nie dagewesene Datenmengen zur Auswertung zur Verf\u00fcgung. Immer leistungsf\u00e4higere Datenbanktechnologien erm\u00f6glichen Echtzeitverf\u00fcgbarkeit, Cloud-Technologien gew\u00e4hrleisten weltweite Verf\u00fcgbarkeit.<\/p>\n<p>Diese Entwicklungen er\u00f6ffnen der Steuerabteilung eine sehr viel schnellere und detailliertere Sicht auf die steuerrelevanten Unternehmensprozesse. Analysen k\u00f6nnen mit sogenannten Self-Service Business Intelligence Tools schnell und konsistent bereitgestellt werden. Machine Learning (ML) wird die Effizienz und die Analyseerstellung weiter vereinfachen und erm\u00f6glicht den Mitarbeitern der Steuerabteilung, sich auf die fachliche Interpretation der Ergebnisse zu konzentrieren.<\/p>\n<p><strong>Business Partnering<\/strong><\/p>\n<p>Die Komplexit\u00e4t der Unternehmensprozesse und die stetig steigenden steuerlichen Anforderungen erfordern von der Steuerabteilung sehr viel tiefere Kenntnisse der Unternehmensprozesse als in der Vergangenheit. Gen\u00fcgte fr\u00fcher die Kommunikation mit dem Rechnungswesen und den Funktionsbereichen im Rahmen der Jahresabschluss- und Steuererkl\u00e4rungserstellung, wird heute z.B.<\/p>\n<ul>\n<li>jede \u00c4nderung der Gesch\u00e4ftsstrategie mit ihren Auswirkungen auf die Verrechnungspreise im Rahmen der Verrechnungspreisdokumentation transparent;<\/li>\n<li>jede neue Lieferbeziehung oder Abwicklungsart und ihre Auswirkungen auf die Umsatzsteuerfindung auswertbar.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gleichzeitig findet im Steuerrecht eine starke Spezialisierung auf Fachgebiete statt \u2013 jedes Thema hat seinen Experten. Die Anforderungen an die Mitarbeiter einer Steuerabteilung \u00e4ndern sich dadurch radikal. Soziale Kompetenz und dar\u00fcber hinaus Kommunikationsf\u00e4higkeit, F\u00fchrungskompetenz ohne disziplinarische F\u00fchrung und Projektmanagementf\u00e4higkeiten erlangen zentrale Bedeutung f\u00fcr die Auswahl von Mitarbeitern. Die Verkn\u00fcpfung von steuerlichem Spezialwissen mit dem Wissen \u00fcber das Unternehmen und die Ableitung der steuerlich richtigen L\u00f6sung sowie eine verst\u00e4ndliche Vermittlung werden zu Schl\u00fcsselqualifikationen der Steuerabteilung. Analoges gilt f\u00fcr das hohe Ma\u00df an Umsetzungskompetenz durch Koordination der Fachbereiche sowie die Operationalisierung steuerlicher Anforderungen. Die Steuerabteilung 4.0 wird als wertsch\u00f6pfender Partner bei der Entwicklung des Unternehmens wahrgenommen.<a name=\"_Toc431200255\"><\/a><\/p>\n<p><strong>Tax Compliance<\/strong><strong> Management<\/strong><\/p>\n<p>Die Implementierung von Kontrollsystemen, insbesondere zur Vermeidung finanzieller Nachteile und strafrechtlicher Sanktionen f\u00fcr das Unternehmen, seine Organe und Mitarbeiter r\u00fcckt unabl\u00e4ssig in den Vordergrund. Vor allem steuerstrafrechtliche Risiken gilt es zu vermeiden.<\/p>\n<p>Panama-Papers, Paradise-Papers und BEPS-Initiative lassen steuerliche Gestaltungen zunehmend zum Reputationsrisiko werden. Die aktuellen GoBD mit ihrer Pflicht zur Erstellung und Vorlage einer Verfahrensdokumentation sind seit 2015 in Kraft. Seit 2017 gelten erstmalig spezielle Anforderungen zur Vorlage einer Verfahrensdokumentation im Rahmen von steuerlichen Au\u00dfenpr\u00fcfungen.<\/p>\n<p>Die Sicherstellung der Besteuerung entlang der Wertsch\u00f6pfungskette sowie die Einhaltung s\u00e4mtlicher formeller steuerlicher Anforderungen sind wichtigstes Ziel in der Steuerabteilung. Wirksame Tax Compliance Management Systeme sind ein Kernelement der Steuerabteilung 4.0. Die Stellung der Steuerabteilung in der Organisation und die Integration in steuerrelevante Prozesse sind dabei ma\u00dfgeblich f\u00fcr den Wirkungsgrad bei der Erf\u00fcllung der Tax Compliance-Anforderungen.<\/p>\n<p><strong>Lean Tax Process <\/strong><strong>Management<\/strong><\/p>\n<p>Die Harmonisierung und Standardisierung von Unternehmensprozessen er\u00f6ffnet der Steuerabteilung zahlreiche Chancen, die steuerlichen Prozesse zu verbessern. Steuerprozesse lassen sich zunehmend in den ERP-Systemen abbilden und laufen automatisiert ab. Automatische Kontrollen und fallbezogene Berechtigungskonzepte gew\u00e4hrleisten Konsistenz und Sicherheit. Kombiniert mit Tax Analytics werden Schwachstellen aufgedeckt und gezielt beseitigt.<\/p>\n<p>Routineprozesse werden standardisiert und IT-gest\u00fctzt automatisiert. Dort, wo Automatisierung nicht m\u00f6glich ist, lassen sich einzelne Prozessschritte und ganze Prozessketten auf externe Dienstleister auslagern, ohne von diesen abh\u00e4ngig zu werden. \u00a0Hiervon \u00a0wird auch die Verwendung des Budgets der Steuerabteilung beeinflusst: Dienstleistungen rund um Routineprozesse werden durch Automatisierung immer weniger ins Gewicht fallen und unterliegen einem starken Preisdruck, w\u00e4hrend die Budgets f\u00fcr die Beratung bei Spezialthemen zunehmen werden.<\/p>\n<p><strong>Die n\u00e4chsten Schritte<\/strong><\/p>\n<p>Unternehmen sollten ihre strategischen Sto\u00dfrichtungen z\u00fcgig operationalisieren und umsetzen. Hierbei hilft eine Strategy Map, die aus den strategischen Sto\u00dfrichtungen Ziele und Ma\u00dfnahmen ableitet. Jede Unternehmensgruppe, die diese Entwicklung nicht aktiv treibt und stattdessen am Status quo festh\u00e4lt, wird kurz- und mittelfristig neuen steuerlichen Risiken gegen\u00fcberstehen, die dann nur schwer kalkulierbar und somit nahezu unkontrollierbar sind.<\/p>\n<p>Der Wandel zur Steuerabteilung 4.0 steht nicht bevor, er ist bereits da!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Steuerabteilung 4.0 ist bereits jetzt gelebte Realit\u00e4t in vielen Unternehmensgruppen. Die Entwicklung verlief rasend schnell \u2013 von dem vergangenheitsorientierten Ansatz Mitte der achtziger Jahre, \u00fcber die zukunftsorientiertere Steuerabteilung in den Neunzigern bis zur Echtzeit-Steuerabteilung von morgen. 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