{"id":8643,"date":"2018-07-20T16:29:08","date_gmt":"2018-07-20T14:29:08","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/?p=8643"},"modified":"2018-07-20T16:29:08","modified_gmt":"2018-07-20T14:29:08","slug":"global-tax-compliance-und-risk-management-digitalisierung-als-chance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2018\/07\/20\/global-tax-compliance-und-risk-management-digitalisierung-als-chance\/","title":{"rendered":"Global Tax Compliance und Risk Management: Digitalisierung als Chance"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_8386\" style=\"width: 141px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8386\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-8386\" src=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-131x168.jpg\" alt=\"\" width=\"131\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-131x168.jpg 131w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-440x566.jpg 440w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-768x988.jpg 768w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-755x971.jpg 755w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter-233x300.jpg 233w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2017\/11\/Boemelburg_Peter.jpg 933w\" sizes=\"(max-width: 131px) 100vw, 131px\" \/><p id=\"caption-attachment-8386\" class=\"wp-caption-text\">WP\/StB\/Dipl.-Kfm. Dr. Peter B\u00f6melburg, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Partner bei R\u00f6dl &amp; Partner, N\u00fcrnberg<\/p><\/div>\n<p>Die Einrichtung eines Tax Compliance und Risk Management Systems f\u00fcr international t\u00e4tige Unternehmen stellt diese vor eine Vielzahl von Herausforderungen. Die Herausforderungen liegen dabei nicht nur in der Risikobeurteilung, der Aufnahme, Gestaltung und Dokumentation von Prozessen sowie deren Kontrollen, sondern vielmehr in den heterogenen landesspezifischen Anforderungen an Tax Compliance und Risk Management Systeme und die stetig wachsenden digitalen Reportingverpflichtungen. Die nationalen Anforderungen f\u00fcr ein innerbetriebliches Kontrollsystem aus dem Anwendungserlass des BMF zu \u00a7 153 AO vom 23.05.2016 (<a href=\"https:\/\/recherche.der-betrieb.de\/document.aspx?docid=DB1204609\">DB 2016 S.\u00a01228<\/a>) und dem IDW PS 980 sind in Einklang zu bringen mit den Vorschriften anderer L\u00e4nder zu steuerlichen Kontrollsystemen, welche sich h\u00e4ufig an den Grunds\u00e4tzen und Modellen von Sarbanes-Oxley und dem Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) orientieren.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Stetig wachsende Reportingverpflichtungen<\/strong><\/p>\n<p>Die wachsenden Reportingverpflichtungen zeigen sich z.B. im Bereich der Verrechnungspreise durch das Country-by-Country Reporting ab Ende 2017 und in der Umsatzsteuer durch die l\u00e4nderspezifische digitale Rechnungsdaten\u00fcbermittlung oder das Live-Reporting wie beispielsweise in Spanien durch das \u201eSII\u201c (\u201eSuministro Inmediato de Informaci\u00f3n del IVA\u201c \u2013 System zur unmittelbaren \u00dcbermittlung von umsatzsteuerrelevanten Informationen) ab Juli 2017 oder in Italien durch das \u201eSdI\u201c (\u201eSistema di Interscambio\u201c \u2013 System zum Elektronischen Rechnungsversand) ab Januar 2019.<\/p>\n<p>Daneben starten einige Finanzverwaltungen Digitalisierungsoffensiven wie z.B. Gro\u00dfbritannien mit HMRC (\u201eMaking tax digital\u201c) ab April 2019, wonach jedem Steuersubjekt ein digitales Konto zugeordnet werden soll, \u00fcber welches die Daten der Steuerpflichtigen oder Unternehmen besser einsehbar sind, aber auch alle notwendigen Daten f\u00fcr eine Steuerveranlagung in Echtzeit erhoben und eine digitale Interaktion mit der Finanzverwaltung m\u00f6glich werden sollen.<\/p>\n<p>Daher ist davon auszugehen, dass die Ma\u00dfnahmen der Finanzverwaltungen in allen L\u00e4ndern in Richtung st\u00e4rkerer Datentransparenz und Sammeln von steuerlicher Big Data dazu f\u00fchren werden, dass das Tax Compliance und Risk Management st\u00e4rker auf internationale digitale Anforderungen zugeschnitten werden muss.<\/p>\n<h2>Unternehmerische Ma\u00dfnahmen<\/h2>\n<p>Vor diesem Hintergrund m\u00fcssen international t\u00e4tige Unternehmen Ma\u00dfnahmen ergreifen, um den digitalen und globalen Anforderungen einer Tax Compliance zu gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>Hierbei bedarf es der Kunst, ein Gleichgewicht zu schaffen \u2013 zwischen einerseits sich immer st\u00e4rker nach den individuellen Bed\u00fcrfnissen des Unternehmens ausgerichteten Prozessen und andererseits der notwendigen Prozess-Standardisierung f\u00fcr ein Tax Compliance und Risk Management System.<\/p>\n<p>Die Digitalisierung kann hierbei Chance und Treiber zugleich sein, die entsprechenden Prozesse zu optimieren und dergestalt zu operationalisieren, dass diese in digitale Prozesse \u00fcberf\u00fchrt werden und damit steuerliche Kosten gesenkt werden k\u00f6nnen. Im Sinne der Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit sollten allerdings nur Prozesse digitalisiert werden, welche effektiv und im Unternehmen etabliert sind.<\/p>\n<p>Was zun\u00e4chst wie die Quadratur des Kreises anmutet, kann gelingen \u2013 wie das Beispiel des vorgenannten umsatzsteuerlichen Live-Reporting \u201eSII\u201c in Spanien zeigt.<\/p>\n<p>Dieses erfordert, dass die eingangs- und ausgangsseitigen Rechnungsdatens\u00e4tze innerhalb von vier Tagen ab Verbuchung der Eingangs- oder Versendung der Ausgangsrechnung mit weiteren Zusatzinformationen wie u.a. der rechtlichen W\u00fcrdigung direkt aus dem ERP-System des Unternehmens an den Server der spanischen Finanzverwaltung \u00fcbermittelt werden. Sollten die Daten nicht oder versp\u00e4tet \u00fcbermittelt werden, wird dies sanktioniert.<\/p>\n<p>Bei diesen Anforderungen w\u00fcrden klassische Prozesse und interne Kontrollen wie beispielsweise die standardm\u00e4\u00dfige Datenvalidierung und -analyse vor der \u00dcbermittlung einer Umsatzsteuervoranmeldung im Rahmen des deutschen umsatzsteuerlichen Voranmeldungsprozesses ins Leere laufen, da die Datenextrakte hierf\u00fcr nicht nur Buchhaltungsdaten umfassen, sondern auch auf Einkaufs-, Vertriebs- und Versanddaten zugreifen. Zudem erfolgt das spanische Live-Reporting am Ende eines jeden Arbeitstages automatisiert aus dem ERP-System an die Finanzverwaltung.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6glichst fr\u00fche Integration in die Prozesskette<\/strong><\/p>\n<p>Die klassische Kontrollaktivit\u00e4t muss daher fr\u00fcher im Prozess integriert sein und m\u00f6glichst automatisiert erfolgen, da eine manuelle Rechnungseinzeldaten\u00fcberpr\u00fcfung vor der t\u00e4glichen Daten\u00fcbermittlung massiv Ressourcen binden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dies kann gelingen, indem bereits bei Bestellung oder Auftragsanlage eine automatisierte konditionssatzbasierte Steuerfindung nur gepr\u00fcfte und determinierte umsatzsteuerliche Gesch\u00e4ftsszenarien zul\u00e4sst und im Rahmen der laufenden internen Kontrollen Datenanalysen mit Business Intelligence L\u00f6sungen durchgef\u00fchrt werden, bevor die Daten automatisiert an die Finanzverwaltung \u00fcbermittelt werden. Die Analysen k\u00f6nnen in intuitiv verst\u00e4ndlichen Visualisierungen auf Tax Dashboards erfolgen, welche bestenfalls in eine Kollaborationsplattform eingebunden sind und dort das Monitoring der Prozessschritte und deren Dokumentation revisionssicher erlaubt. Auch k\u00fcnstliche Intelligenz kann hierbei sinnvoll zum Einsatz kommen, um Anomalien in Datens\u00e4tzen zu identifizieren oder historiendatenbasierte Vorschlagswerte zu generieren. Ziel aller Ma\u00dfnahmen sollte sein, prozessuale Risiken rechtzeitig zu erkennen, zu quantifizieren und zu minimieren.<\/p>\n<h2>Gegenw\u00e4rtige Unternehmensrealit\u00e4t<\/h2>\n<p>Aufgrund der Komplexit\u00e4t, welche die Steuerrechtsmaterie mit sich bringt, sind jedoch viele Steuerabteilungen in Unternehmen fast ausschlie\u00dflich mit materiell-rechtlichen Fragen besch\u00e4ftigt, wodurch prozessuale Fragen und die digitale Transformation kaum in den Blick r\u00fccken.<\/p>\n<p>Angesichts der dargestellten Herausforderungen wird es jedoch k\u00fcnftig von entscheidender Bedeutung sein, wie fr\u00fch die Steuerabteilung in einem Unternehmen in die Prozesskette eingebunden ist, um risikominimierend wirken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Einrichtung eines Tax Compliance und Risk Management Systems f\u00fcr international t\u00e4tige Unternehmen stellt diese vor eine Vielzahl von Herausforderungen. 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