{"id":9859,"date":"2021-12-01T16:16:01","date_gmt":"2021-12-01T14:16:01","guid":{"rendered":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/?p=9859"},"modified":"2021-12-01T16:16:01","modified_gmt":"2021-12-01T14:16:01","slug":"zurueckweisung-von-einspruechen-und-aenderungsantraegen-bzgl-zahlung-von-nachzahlungszinsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/2021\/12\/01\/zurueckweisung-von-einspruechen-und-aenderungsantraegen-bzgl-zahlung-von-nachzahlungszinsen\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcckweisung von Einspr\u00fcchen und \u00c4nderungsantr\u00e4gen bzgl. Zahlung von Nachzahlungszinsen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_9429\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9429\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-9429\" src=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2021\/01\/Dorn_Katrin-168x112.jpg\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2021\/01\/Dorn_Katrin-168x112.jpg 168w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2021\/01\/Dorn_Katrin-440x293.jpg 440w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2021\/01\/Dorn_Katrin-768x512.jpg 768w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2021\/01\/Dorn_Katrin-755x503.jpg 755w, https:\/\/page.fachmedien.de\/wordpress\/steuerboard\/files\/2021\/01\/Dorn_Katrin-450x300.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><p id=\"caption-attachment-9429\" class=\"wp-caption-text\">StBin Dipl.-Kffr. Dr. Katrin Dorn, Partnerin bei M\u00f6hrle Happ Luther sowie Fachberaterin f\u00fcr Unternehmensnachfolge (DStV. e. V.), Hamburg<\/p><\/div>\n<p>Die obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder haben mit einer <a href=\"https:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Downloads\/BMF_Schreiben\/Weitere_Steuerthemen\/Allgemeinverfuegung\/2021-11-29-allgemeinverfuegung-zur-zurueckweisung-von-einspruechen-und-aenderungsantraegen-zu-zinsfestsetzungen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2\">Allgemeinverf\u00fcgung vom 29.11.2021<\/a> die Einspr\u00fcche und \u00c4nderungsantr\u00e4ge zu Zinsfestsetzungen gem\u00e4\u00df \u00a7 233a AO wegen Zweifeln an der Verfassungswidrigkeit der Zinsh\u00f6he von 0,5% pro Monat zur\u00fcckgewiesen. Betroffen davon sind ausschlie\u00dflich Zinszahlungszeitr\u00e4ume vor dem 01.01.2019. Dabei sind unter Verzinsungszeitr\u00e4umen vor dem 01.01.2019 nur volle Zinsmonate zu verstehen, die sp\u00e4testens mit Ablauf des 31.12.2018 enden.<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Das BVerfG hatte mit seinem Zins-Beschluss vom 08.07.2021 (1 BvR 2237\/14, 1 BvR 2422\/17, BGBl. I 2021 S. 4303) entschieden, dass die Verzinsung in H\u00f6he von 0,5% pro Monat f\u00fcr Verzinsungszeitr\u00e4ume ab dem 01.01.2014 mit dem Grundgesetz unvereinbar ist. Es hat aber gleichzeitig eine Fortgeltungsanordnung f\u00fcr Verzinsungszeitr\u00e4ume bis zum 31.12.2018 getroffen. Nur f\u00fcr die Verzinsungszeitr\u00e4ume ab dem 01.01.2019 hat das BVerfG die Anwendung des \u00a7 233a AO mit einem Zinssatz von 0,5% pro vollem Monat untersagt und den Gesetzgeber zu einer verfassungskonformen Neuregelung aufgefordert. Dieser Aufforderung muss der Gesetzgeber bis zum 31.07.2022 nachkommen, wobei diese Neuregelung dann r\u00fcckwirkend f\u00fcr die Verzinsungszeitr\u00e4ume nach dem 31.12.2018 zur Anwendung kommen wird. Insoweit ist zwingend zwischen den beiden Zeitr\u00e4umen zu unterscheiden (vgl. ausf\u00fchrlich zu der Entscheidung <em>Dr\u00e4ger<\/em>, AO StB 2021 S. 365 ff.).<\/p>\n<p>Die Finanzverwaltung hatte auf dieses Urteil bereits mit Schreiben vom 17.09.2021 Stellung bezogen (IV A 3 &#8211; S 0338\/19\/10004:005, <a href=\"https:\/\/research.owlit.de\/lx-document\/DB1387703\">DB 2021 S.\u00a02465<\/a>). Darin hei\u00dft es, dass f\u00fcr Verzinsungszeitr\u00e4ume bis zum 31.12.2018 die Festsetzung von Nachzahlungs- und Erstattungszinsen endg\u00fcltig ergeht. Betrifft der Einspruch oder \u00c4nderungsantrag auch f\u00fcr Verzinsungszeitr\u00e4ume nach dem 31.12.2018 festgesetzte Zinsen, kann hier\u00fcber insoweit zun\u00e4chst nicht entschieden werden. Das Finanzamt wird nach der gesetzlichen Neuregelung das Verfahren \u00fcber den Einspruch oder den \u00c4nderungsantrag fortsetzen.<\/p>\n<p>Zu beachten ist, dass sich die Unanwendbarkeitserkl\u00e4rung nach dem Beschluss des BVerfG ausdr\u00fccklich nicht auf die anderen Verzinsungstatbest\u00e4nde zulasten der Steuerpflichtigen erstreckt. Dazu geh\u00f6ren die Stundungs-, Hinterziehungs- und Aussetzungszinsen nach \u00a7\u00a7 234, 235 und 237 AO. Soweit diese Zinsen bislang vorl\u00e4ufig festgesetzt wurden, sind diese nach \u00a7 165 Abs. 2 Satz 4 AO nun f\u00fcr endg\u00fcltig zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>Auswirkungen der Allgemeinverf\u00fcgung<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Zur\u00fcckweisung der Einspr\u00fcche und \u00c4nderungsantr\u00e4ge endet die Aussetzung der Vollziehung f\u00fcr die Zinsen f\u00fcr Zinszahlungszeitr\u00e4ume vor dem 01.01.2019 und zwar gem\u00e4\u00df \u00a7 367 Abs. 2b AO innerhalb von einem Monat nach Bekanntgabe der Allgemeinverf\u00fcgung vom 29.11.2021. Daf\u00fcr ist die Ver\u00f6ffentlichung der Allgemeinverf\u00fcgung im Bundessteuerblatt Voraussetzung. Soweit die Zahlung von Aussetzungszinsen selbst, von Stundungszinsen, Hinterziehungszinsen und S\u00e4umniszuschl\u00e4gen mit dem Einspruch angegriffen wurden, betrifft die Allgemeinverf\u00fcgung diese F\u00e4lle nicht. Es k\u00f6nnen aber nur Einzelf\u00e4lle sein, in denen diese Tatbest\u00e4nde vorliegen. Es ist davon auszugehen, dass die Finanz\u00e4mter die betroffenen Steuerpflichtigen nicht von der Beendigung der Aussetzung der Vollziehung informieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder haben mit einer Allgemeinverf\u00fcgung vom 29.11.2021 die Einspr\u00fcche und \u00c4nderungsantr\u00e4ge zu Zinsfestsetzungen gem\u00e4\u00df \u00a7 233a AO wegen Zweifeln an der Verfassungswidrigkeit der Zinsh\u00f6he von 0,5% pro Monat zur\u00fcckgewiesen. 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